Startseite | [start]

  Platinenherstellung  

Belichtungsvorlagen mit (günstigem)
Transparentpapier (* bzw. Polyesterfolie) und einem Tintenstrahldrucker

(von Matthias Franz, HB9EFY)


English summary:
Homebrew circuit production with cheap architect transparent paper and a simple inkjet printer.

Use 120g/m² transparent paper and print layout with inkjet printer (use black/white modus). Dry printed layout carefully with hairdryer and place it headfirst on the photoresist PCB.

Try it - it works perfect.
Matthias



Herstellung der Belichtungsvorlage  
Bild 1 zeigt das verwendete Transparentpapier.

Das von mir benutzte Transparentpapier gibt es in zwei verschiedenen Stärken (120 und 72 g/m². Dieses Transparentpapier gibt es in gut sortierten Schreibwarengeschäften oder aber in Geschäften, die Architektenzubehör führen.

Das Papier kostet nur einen Bruchteil (20 Blatt ca. 5 EUR) dessen, was das Transparentpier/Folien für Platinenerstellung bei verschiedenen Elektronikversandhäuser, kostet.

Architekten-Transparentpapier, wie es für Tusche-Zeichnungen verwendet wird, kann ebenfalls verwendet werden (ist aber nicht in jedem Schreibwarenhandel zu bekommen).
[Bild01]: Platinenherstellung (Transparentpapier)
[01] Transparentpapier

[Bild02]: Platinenherstellung (Resultat_01)
[02] Belichtungsvorlage auf Transparentpapier

Das Platinenlayout wird dabei mit einem Tintenstrahldrucker aufgedruckt. Der Druckmodus wird hierzu auf Schwarz/Weiss eingestellt. Falls zuviel Tinte aufgetragen wird, könnt Ihr in den Druckereinstellungen oftmals die Tintenmenge reduzieren, oder falls Ihr die Papiersorte auswählen könnt, mit dieser Einstellung experimentieren.

Bei einem HP Deskjet 959c und dem stärkeren 120g/m² Papier sind die Einstellung wie folgt:

Papierart: "anders Transparentpapier"
Druckqualität: normal (600 x 600 dpi)
Farbmodus: schwarz/weiss


Bei meinen Experimenten mit dieser Herstellungsmethode habe ich mit dem dickeren Papier bessere Ergebnisse erzielt.

Da der Ausdruck kopfüber, mit der getrockneten Tinte, direkt auf die Photobeschichtete Platine gelegt wird, wirkt sich die Dicke des Papiers nicht negativ auf die Schärfe des ausbelichteten Layouts aus.

Die Belichtungszeit mit meinen selbstgebauten Belichtungsgeräte beträgt ca 120 Sec.

Nach dem Ausdruck föne ich den Ausdruck vorsichtig mit einem Haartrockner. Das Fönen verhindert, dass die Tinte evt. an den Fasern des Papiers verläuft.
[Bild03]: Platinenherstellung (Resultat_02)
[03] Belichtungsvorlage und geätzte Platine

Mit dieser Methode erziele ich stets sehr gute Ergebnisse. Das Druckbild unter Verwendung eines Tintenstrahldruckers ist dabei absolut lichtdicht.
Bei einem Laserdrucker hingegen musste ich immer mehrere Ausdrucke übereinander legen.

Der einzige mir ausgefallene Nachteil ist, dass der Ausdruck achtsam zu behandeln ist. Knickt man ihn, oder kratzt man über die Oberfläche, so bricht die Farbschicht (darum werden Tuschezeichnungen auch nicht mit einem Radiergummi korrigiert, sondern mittels einer Rasierklinge, mit der man die Tusche von dem glatten Papier schabt).

Die einmal ermittelten Druckereinstellungen, habe ich in den Deckel meines Belichtungsgerätes geschrieben, so müssen sie nicht jedes Mal neu ermittelt werden.


Viel Spass beim Ausprobieren.
Matthias, HB9EFY

[ HB9EFY(at)yahoo.de ]


(*) Nachtrag bezüglich TSSOP SMD Platinen

Wie ich herausgefunden habe, druckt der von mir benutzte Drucker HP Deskjet 959c im Schwarz/Weiß Modus mit 600 x 600 dpi, was für normale Platinen völlig ausreichend ist. Möchte man nun aber eine Platine erstellen, die für SMD Bauteile, der Größe, TSSOP (0,5 mm Pinnabstand) gedacht ist, ergeben sich folgende Probleme:


1)   
Bei einer höher Auflösung im Fotomodus (> 600 dpi) wechselt der Drucker (HP Deskjet 959c) automatisch auf seine Farbpatrone und mischt das Schwarz aus den 3 Grundfarben des Farbpatrone. Das Druckbild ist zwar perfekt aber leider nicht lichtdicht, da das gemischte Schwarz nicht mit dem Schwarz der S/W Patrone zu vergleichen ist.

2)    
Das Architektenpapier ist nicht geeignet. Mit einer starken Lupe erkennt man nämlich, dass die Schwarze Farbe ein kleinwenig an den Papierfasern verläuft. Was bei Platinen mit 2,54 oder 1,28 mm Raster überhaupt nicht ins Gewicht fällt, wird bei 0,5 mm Pinnabstand zum Problem.

Dieses Problem habe ich dadurch gelößt, dass ich mir eine Farbpatrone für meinen Drucker mit 3x Schwarz habe füllen lassen. Es war zwar einiges an Überredungskunst notwendig, aber schließlich füllte man mir alle 3 Farbkammern mit Schwarz (Vielen Dank an die nette und technisch sehr versierte Truppe der www.drucker-tankstelle.ch in Basel). Jetzt kann der Drucker getrost die Farbpatrone benutzen, denn 3x Schwarz gemischt ergibt ein perfektes Schwarz :)
[Bild04]: Platinenherstellung (TSSOP SMD)
[04] TSSOP SMD Testplatine

Bezüglich des Papiers, so war die Lösung ein Spezialpapier, das ich durch Zufall in einem Papiergeschäft (www.papyrus.ch) entdeckte. Es handelt sich hierbei im eine matte Polyesterfolie, Vorder- und Rückseite sind verschieden stark aufgeraut (Tuschezeichnungen / Tintenstrahldrucker). Es sieht im Grunde aus wie das Architektenpapier, nur hat es keine Papierfasern, ist aber leider sehr viel teurer (ein DIN A3 Blatt kostet ca. 2,5 CHF). Diese matte Polyesterfolie ist NICHT zu verwechseln mit bedruckbarer Folie für Overheadprojektoren.

Der Druck erfolgt in höchster Auflösung, danach wird die Tinte vorsichtig mit einen Haarfön getrocknet. Der Ausdruck wird wie immer kopfüber auf die Platine gelegt (Tintenseite direkt auf die Platine), belichtet und anschließend geätzt.

Bild 4 zeigt eine Testplatine um die Auflösung, Belichtung und Ätzung zu testen.




Bezugsquellen:

Gut sortierte Schreibwarenhandlung:
- Glattes Transparentpapier 112 g/m²

Papyrus (Waser Bürocenter AG):
- Matte Polyesterfolie

Drucker-Tankstelle Basel GmbH:
- Modifizierte Farbpatrone (3x Schwarz)

Rechteinhaber:

Text und Bilder des "Platinenherstellung" - Projektes Copyright endorphino.de (Matthias Franz) im April 2008 (update Juni 2009).

Die Bezeichnungen:
Aurora®™,
HP
®™,
Drucker-Tankstelle Basel GmbH®™,
Papyrus®™,
bzw. Deskjet®™,
sind geschützte Firmennamen und/oder Warenzeichen.





Valid HTML 4.01 Transitional