Startseite | [start]

HIGH-VOLTAGE Reparatur eines LCD Monitors  

oder der CCFL Inverter mit Burnout Syndrom

(von Matthias Franz, HB9EFY)



English summary:

Broken 15 inch LCD monitor, which was found on the street (bulky waste), opened and defect CCFL inverter removed. Original inverter driving 2 fluorescent tubes in parallel replaced by 2 laptop CCFL inverter driving 1 tube each only. The laptop inverters were bought for < 2 USD p.c. from a German online shop selling remaining stocks (www.pollin.de).
Power down and brightness control signals were almost (*) compatible to the new laptop inverters. The 2 laptop modules were connected with the power supply, the logic control and the fluorescent tubes.

That’s all, LCD monitor is running again. Repair costs ~ 4 USD and some hours of fun.

(*) information shown by OSD (brightness control) is the opposite to the reality. Adding a CMOS 4XXX inverter, inverting the PWM signal would fix this minor issue.

BE CAREFULL the monitor step-down power supply is powered with HIGH VOLTAGE. In addition the CCFL inverters providing 800V each. THESE HIGH VOLTAGES CAN BE DEADLY! No guarantee, no liability. You do this on your own risk. Try this only if you know what you're doing!





CCFL Inverter mit Burn-Out Syndrom...

Da schleppt also meine Partnerin, nachts einen 15 Zoll LCD Monitor an, den sie auf der Strasse gefunden hatte. Nun fragt man sich, wo wohnst du, dass man bei dir Monitore auf der Strasse findet? Ganz einfach, in der Schweiz. Da gibt es keine kostenlose Sperrmüllabfuhr und darum stellt jeder seinen Mist auf der Strasse versehen mit einem Zettel "kostenlos zum Mitnehmen", in der Hoffnung es kommt jemand und "entsorgt" es. Die offiziellen Entsorgungskosten sind nämlich ganz schön happich.

Nun, denn, der erste Test ergab, nix geht, kein Bild auf dem Schirm. Also das Teil mal aufgeschraubt.

ACHTUNG: siehe Sicherheitshinweis !
[Bild01]:  original CCFL Inverter 1
Bild [01]


[Bild02]:  original CCFL Inverter 2
Bild [02]

Nach dem Aufschrauben war ziemlich schnell klar, was das Problem ist. Der CCFL Inverter, der die zwei Leuchtstoffröhren, der Hintergrundbeleuchtung betreibt, hatte das letale Stadium des Burnout Syndrom erreicht.

Schön zusehen auf Bild 1 und 2. Der Geruch war übrigens so, wie man es sich von Bild 2 eventuell vorstellen kann.

Die Recherche im Internet ergab keine Information über den verbauten Inverter. Der Neupreis für vergleichbare Inverter war mir mit ca. 45 EUR zu hoch und so wanderte der zerlegte LCD Monitor erst einmal in die "ich kümmere mich vielleicht mal später darum" Kiste.

Einige Wochen später, bei meiner üblichen Recherche auf der Webseite von www.pollin.de (ein Versandhandel für elektronische Restposten) fiel mein Augenmerk auf einen Laptop CCFL Inverter zum Ansteuern einer Leuchtstoffröhre einer Hintergrundbeleuchtung.

Ein Inverter kostete EUR 1,95 und so bestellte ich mal 3 davon, in der Hoffnung man könnte damit den verbrannten Originalinverter ersetzen.

Eine Woche später kam das Paket mit den Invertern und einigen anderen Dingen, die man aus Weitsicht kauft und eventuell irgendwann man benötigen kann.

Bild 3 zeigt einen der neuen Laptop Inverter vom Typ LinFinity®™ LXM1653. Datenblatt findet man über Google®™.
[Bild03]:  neuer Laptop CCFL Inverter
Bild [03]

[Bild04]:  Einbau der neuen Inverter 1
Bild [04]
[Bild05]:  Einbau der neuen Inverter 2
Bild [05]

Die Steckerbelegung kann man dem Datenblatt des LXM1653 entnehmen. Die Helligkeit lässt sich an diesem Modul mittels eines Potis (100k) oder mittels eines PWM Signals steuern. Im Originalzustand war der Originalinverter durch 5 Leitungen mit dem Schaltnetzteils des Monitors verbunden. Ein Test mit dem Multimeter / Oszi brachte die entsprechenden Belegung zu Tage. Das Netzteil liefert 15V was im Bereich des Laptop Inverters liegt. Zudem gibt es ein Power-Down Signal und das PWM Signal zur Helligkeitssteuerung. Beide Signale lagen ebenfalls im zulässigen Bereich der neuen Inverter.

Das Löten an diesen Miniatursteckbuchsen ist nicht gerade der Traum eines Hobbyelektronikers, aber mit einer Lupenleuchte und einer 0.4 mm Lötspitze ist es zu schaffen.

Das ganze wurde also entsprechend zusammengefrickelt, die Verbindungen mit Schrumpfschlauch isoliert und auf eine Platine gelötet, die an die Stelle des alten Inverters geschraubt wurde.

Der erste Test ergab, dass alles soweit funktionierte. Nur das PWM Signal hätte man noch invertieren sollen, denn wenn das OSD 100% Helligkeit anzeigt ist die Hintergrundbeleuchtung am dunkelsten. Zeigst es hingegen 0% Helligkeit an, ist sie in Wirklichkeit am hellsten. Aber damit kann ich leben. Falls man dies nicht kann, so setzt man eben noch einen CMOS 4XXX Inverter dazwischen.

Viele Grüsse,
Matthias, HB9EFY

[ HB9EFY(at)yahoo.de ]


[Bild06]:  Gesamtansicht des offenen LCD Monitors
Bild [06]
[Bild07]:  ...und es werde Licht (der wieder funktionierde Monitor)
Bild [07]



Bezugsquellen:

Pollin Elektronik:
- CCFL Laptop Inverter (Sep.08)

Rechteinhaber:

Text und Bilder des "LCD Monitor Reparatur" - Projektes Copyright endorphino.de (Matthias Franz) im August 2008.

Die Bezeichnungen:
LinFinity®™,
ATHENA computers®™,
Google®™ und
Pollin®™ sind geschützte Firmennamen und/oder Warenzeichen.

Nützliche Links:


Grundlagen "Burnout Syndrom" (medizinisch):
http://de.wikipedia.org/wiki/Burnout-Syndrom




Sicherheitshinweis und Haftungsausschluss:

  • Das Schaltnetzteil des Monitors wird mit 230 Volt betrieben, eine Berührung spannungsführender Teile kann tödlich sein. Ein funktionierender Fehlstromschutzschalter (FI) und die gebührende Vorsicht kann euch das Leben retten.

  • Der CCFL Inverter liefert ca. 800 Volt bei immerhin 8 mA, auch dies kann tödlich sein.

Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden oder Folgenschäden, die beim Experimentieren mit einem LCD Monitor / CCFL Inverters, oder aus dem Nachbau der oben beschriebenen Schaltung, entstehen könnten.

Ein eventueller Nachbau geschieht darum ausdrücklich auf euer eigenes Risiko !






Valid HTML 4.01 Transitional